Patent & Technik

Patent & Technik

Technischer Hintergrund des klassischen Wiener Straßenkehrbesens.

Technischer Hintergrund und Patentreferenz

Der Aufbau des klassischen Wiener Straßenkehrbesens basiert auf einer Konstruktion, die von Karl Csernicska (Wien) entwickelt und patentiert wurde. Die Patentschrift beschreibt einen synthetischen Besen mit einem Borstenteil aus Kunststofffasern, die innerhalb einer tragenden Struktur befestigt sind und dadurch eine hohe Flexibilität und gleichzeitig mechanische Stabilität erreichen.

Das Patent beschreibt insbesondere eine Bauweise, bei der die Borsten aus synthetischem Material bestehen und in einer strukturellen Trägerkonstruktion gehalten werden. Diese Konstruktion ermöglicht eine hohe Lebensdauer sowie eine gleichmäßige Verteilung der Borsten während des Kehrvorgangs.

Patentdokument: AT278698B auf Google Patents

Technischer Aufbau des Besens

Der Besen besteht aus drei wesentlichen Baugruppen:

Besenkappe

Die Besenkappe bildet das tragende Bauteil des Besens und dient zur Aufnahme der Borsten sowie des Besenstiels.

  • Material: robuster, technischer Kunststoff
  • Herstellung: industrielles Formgebungsverfahren (Spritzguss)

Der eingesetzte Werkstoff wird aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften gewählt: hohe Schlagzähigkeit, gute Chemikalienbeständigkeit, hohe Abriebfestigkeit und zuverlässige Verarbeitbarkeit.

Borstenkörper

Die Borsten werden aus synthetischen Fasern hergestellt und anschließend dauerhaft im Besenkörper fixiert.

  • hohe Abriebfestigkeit
  • elastisches Rückstellverhalten
  • gleichmäßige Fächerbildung

Die Borsten werden nach dem Einsetzen mit Harz vergossen, wodurch eine dauerhafte mechanische Verbindung zwischen Borsten und Besenkörper entsteht.

Technische Daten – Borstenmaterial

Material: Polyester PBT (Polybutylenterephthalat)
Industriefilament für Bürstenanwendungen

Geometrie der Borsten
Profil: Sternprofil (Star profile)

Das Sternprofil erhöht:

  • Kehrleistung
  • Schmutzaufnahme
  • Abriebfestigkeit

Stielaufnahme

In der Besenkappe befindet sich eine Gewindeaufnahme für Besenstiele.

  • kompatibel mit handelsüblichen Besenstielen
  • robuste Gewindekonstruktion
  • geeignet für Holz- und Metallstiele

Robustheit der Besenkappe

Die Besenkappe ist bewusst dickwandig ausgeführt. Das Kunststoffteil – ohne Borsten und ohne Harz – hat bereits ein Eigengewicht von rund 100 g. Der vergleichsweise hohe Materialeinsatz sorgt für hohe Stabilität und Langlebigkeit im täglichen Arbeitseinsatz.

Fertigungshinweis

Die Besenkappe wird vor Ort im eigenen Umfeld produziert. Die Borsten werden als Stangenware zugekauft und anschließend weiterverarbeitet.

Dokumentation und Designgeschichte

Ein Beispiel dieses Besentyps ist in der Online-Sammlung des MAK – Museum für angewandte Kunst Wien dokumentiert.

MAK Objekt: https://data.tmw.at/object/588535

Zusammenfassung der Materialien

Bauteil Material Herstellungsverfahren
Besenkappe technischer Kunststoff Spritzguss
Borsten synthetische Fasern industriell gefertigt
Borstenbefestigung Harzverguss Vergussverfahren
Stielaufnahme Kunststoff-Gewindeaufnahme integraler Spritzgussteil
Besenkappe mit Borsten vor Harzvorgang
Besenkappe mit Borsten vor Harzvorgang.
Besenkappe nur Kunststoffteil
Besenkappe nur Kunststoffteil.
Schonende Versandverpackung
Schonende Versandverpackung.
Spritzguss für Besenkappe
Spritzguss für Besenkappe.